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William Frederic Geiers Kampf für ein selbstbestimmtes Leben

Foto: Tafel, Inklusion, Quelle: Dieter Schütz  / pixelio.de

13.01.2014
Es ist trotz der UN-Behindertenrechtskonvention, die seit 2009 Recht in Deutschland ist, nicht möglich, dass Menschen mit Behinderung selbst entscheiden können, wo und wie sie leben möchten. Immer noch sind die hohen Kosten für Assistenz und Pflege ein Ablehnungsgrund für selbstbestimmtes Leben und die dazugehörige notwendige Versorgung. Die Menschen müssen meist vor Gericht ihre Rechte durchsetzen. Für viele Betroffene bauen sich dann wieder neue Barrieren auf und nur wenige kämpfen sich durch, wie jetzt im Fall des William Frederic Geier aus Hessen geschehen.

William Frederic Geier hat schon viele Rückschläge in seinem Kampf um ein selbstbestimmtes Leben hinnehmen müssen: „Vorangegangen war dem Vergleich vor dem Landessozialgericht (LSG) ein Urteil des Sozialgerichts Wiesbaden. Dort wollte William Frederic Geier erreichen, dass der damals noch zuständige Wetteraukreis die 24-Stunden-Assistenz im Betreuten Wohnen finanziert. Das Sozialgericht hatte die Klage mit der Begründung abgewiesen, ihm sei zuzumuten, weiter stationär zu wohnen. Die Kosten für die ambulante Betreuung seien demgegenüber unverhältnismäßig hoch.“ (Kobinet-nachrichten.org)

Wie die „kobinet-Nachrichten“ weiter zu dem Fall berichteten, ist es gelungen, den Kampf für ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden zu gewinnen. Mit Unterstützung der Landeswohlfahrtsverbandes (LWV) hat er vor dem Hessischen Landessozialgericht, das persönliche Budget in einem Vergleich erwirkt. Dieser ermöglicht ihm eine 24-Stunden-Betreung und betreutes Wohnen. Der LWV wird im Gegenzug die höheren Kosten für die ambulante Assistenz übernehmen. Die Bundesinitiative gratuliert Herrn Geier herzlich zu seinem Erfolg. Seine Hartnäckigkeit hat sich ausgezahlt.

Menschen mit Behinderung werden in Deutschland immer noch benachteiligt. Schicksale wie das hier beschriebene gibt es viele. Sie können mit der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) – geltendes Recht in Deutschland – den Anspruch geltend machen, wie alle anderen auch selbst zu bestimmen, wie und wo sie leben möchten. Aber auch Gerichte und Richter müssen wissen, was die UN-BRK beinhaltet und wie sie anzuwenden ist. Die Bundesinitiative Daheim statt Heim wird deshalb auch in Zukunft auf politischer Ebene und vor Ort dafür streiten, dass Menschen mit Behinderung nicht nur auf dem Papier der UN-BRK das Wunsch- und Wahlrecht ihres Wohnortes zugestanden bekommen.


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