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Bundesinitiative
DAHEIM STATT HEIM e.V.
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Inklusion ist Alltag – nicht nur in Bildung und Erziehung, sondern prägt auch das Miteinander in Südtirol

26.05.2015

Expertinnen und Experten aus Deutschland, Österreich und Italien trafen sich in der Bildungsstätte Schloss Rechtenthal in Tramin (Südtirol) um sich über den Erfolg gesellschaftlicher Inklusion in Südtirol zu informieren. Karl Finke (stellvertretender Vorsitzender der Bundesinitiative „Daheim statt Heim“) stellte beeindruckt fest – Der entsprechende Erlass von 1977 hat nicht nur die Realität im Bildungswesen grundsätzlich verändert, sondern auch das Miteinander behinderter und nichtbehinderter Menschen in Südtirol – Gemeinsamkeit ist selbstverständlich! Herr Dr. Franz Lemayr  (zuständiger Schulinspektor der Schulbehörde in Bozen) führte aus: „1979 trat ich meinen Schuldienst an mit dem kurzen Hinweis: da ist der Martin in deiner Klasse, der ist schwerbehindert, so begann mein Engagement für integrative/inklusive Bildung und hält bis heute an.“ 95 % der Südtiroler Eltern sprechen sich für inklusive Systeme aus, knapp 100 % aller Schülerinnen und Schüler werden inklusiv beschult.  Utopie? Nein, nicht in Südtirol! Ziele der Bundesinitiative „Daheim statt Heim“ sind hier Leitlinien der Landespolitik und prägen den gesellschaftlichen Alltag in Südtirol.

 

Über die Realität konnten wir uns vor Ort an Grund-, Mittel- und Oberschulen informieren. Neben den nordischen Ländern ist Südtirol wesentlicher Bezugspunkt für erfolgreiches, inklusives Zusammenleben behinderter und nichtbehinderter Menschen. Der Begriff der Inklusion wird hier nicht nur auf die Integration behinderter Menschen beschränkt, sondern auch auf Hochbegabte Migrantinnen und Migranten übertragen. Ein Schulexperte aus Deutschland meinte: Südtirol für sich allein genommen, wäre bei jedem Pisa Test in wichtigen Bereichen Testsieger. Nichtausgrenzung, lange gemeinsame Schulzeit sowie gemeinsames Lernen, auch verstanden als Lernen voneinander, der Schülerinnen und Schüler ist von hoher Bedeutung. Ein wesentlicher Punkt der Tagung war der Wechsel von integrativen  zu inklusiven Anforderungen sowie dem Fundament: Inklusion ist eine Frage der Haltung, Einstellung und gesellschaftlicher Werte. Hierzu gehört die Akzeptanz, Einbeziehung und Mitentscheidung behinderter Menschen bei den jeweiligen Planungen als Lebensplanung.

 

 

Karl Finke

Presse